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« 20. Juli 1944 - Aufstand der Offiziere  |  

Siegesmeldungen 5. August 1943 - Die Schlacht von Kursk

Am 15. Juli wurde im sowjetischen Frontbericht mitgeteilt, die Gegenoffensive der Sowjets in Richtung Orel habe begonnen. In drei Tagen seien die sowjetischen Truppen 25 bis 45 Kilometer vorangekommen.

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Am 24. Juli wurde der Befehl Stalins an die Generale Rokossowski, Watutin und Popow veröffentlicht, in dem die “endgültige Liquidierung der deutschen Sommeroffensive” sowie die Wiedergewinnung des gesamten Gebiets mitgeteilt wurde, das die Deutschen seit dem 5. Juli besetzt hatten. Der feindliche Plan, in einem Überraschungsangriff bis Kursk vorzustoßen, sei völlig fehlgeschlagen. Die Legende, daß die Deutschen in den Sommerschlachten stets vorrücken könnten, sei ein für allemal zerstört. Die deutschen Verluste wurden mit 70 000 Toten, 2900 Panzern, 195 Selbstfahrlafetten, 844 Feldgeschützen, 1392 Flugzeugen und mehr als 5000 Kraftfahrzeugen angegeben. Ein solches Gemetzel auf solch begrenztem Raum hatte es noch nie gegeben.

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Als ich ein paar Wochen später durch die ukrainische Provinz von Woltschansk nach Waluiki und dann nach Belgorod und Charkow fuhr, sah ich, daß das Gebiet nördlich von Belgorod (wo die Deutschen etwa 50 Kilometer vorgestoßen waren) in eine grauenerregende Wüste verwandelt worden war, in der die Granaten jeden Baum und jeden Strauch zerfetzt hatten. Hunderte ausgebrannter Panzer und zerschossener Flugzeuge bedeckten das Schlachtfeld, und der Gestank, den Tausende nur halb vergrabene Leichen verbreiteten, erfüllte noch in mehreren Kilometer Entfernung die Luft.

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Die Überlebenden aber hatten große Tage.

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Für die Russen begann die Zeit der Siegesmeldungen am 5. August 1943.

Die tiefe Stimme des Moskauer Rundfunksprechers Lewitan brachte die Sondermeldung über die Befreiung von Orel und Belgorod. Zum erstenmal wurden dabei Wendungen gebraucht, die für die Russen in den folgenden beiden Jahren wie süße Musik klangen:

“Befehl des Obersten Befehlshabers an Generaloberst Popow, Generaloberst Sokolowski, Armeegeneral Rokossowski, Armeegeneral Watutin, Generaloberst Konjew…

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“Am heutigen 5. August haben die Truppen der Brjansker Front im Zusammenwirken mit der West- und Mittelfront nach schweren Kämpfen die Stadt Orel genommen.

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Ebenfalls am heutigen Tag brachen die Truppen der Steppen - und der Woronesch-Front den feindlichen Widerstand und eroberten die Stadt Belgorod.”

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Nachdem die Einheiten, die als erste in die wiedergewonnenen Städte eingedrungen waren, namentlich aufgeführt worden waren - sie durften sich ab sofort “Orel-Regimenter” und “Belgorod -Regimenter” nennen -, hieß es:

Am heutigen 5. August um 24 Uhr wird Moskau, die Hauptstadt unseres Landes, die tapferen Truppen, die Orel und Belgorod befreit haben, mit zwölf Salven aus 120 Geschützen grüßen. Ich drücke allen Truppen, die an der Offensive teilnahmen, meinen Dank aus … Ewigen Ruhm den Helden, die im Kampf um die Freiheit unseres Landes fielen. Tod den deutschen Eindringlingen!

Der Oberste Befehlshaber Marschall der Sowjet-Union Stalin.

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Die Zeit der Siegessalven hatte begonnen.

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Die sowjetische Entscheidung, den Sieg von Kursk mit Siegessalut und Feuerwerk zu begehen, war nicht zufällig. Das russische Oberkommando wußte, daß Rußland mit der Schlacht von Kursk den Krieg gewonnen hatte.

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Das ist im übrigen auch die Ansicht deutscher Militärhistoriker der Nachkriegszeit: Stalingrad war der politisch psychologische Wendepunkt - die deutsche Niederlage bei Kursk und Belgorod dagegen der militärische Wendepunkt des Krieges im Osten.

Quelle. A. Werth, in: Spiegel 1965 / 32 - Auszug


Der Beitrag wurde am Montag, den 5. August 2019 um 16:30 Uhr unter der Kategorie Vorstand veröffentlicht. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen und selbst einen Kommentar schreiben.

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